|
Damit es ein Fest wird
Das Kirchenjahr feiern
Es ist nicht mehr selbstverständlich, Feste zu feiern, viele Traditionen gehen verloren. Bei früheren Generationen war es selbstverständlich, sich dem natürlichen Rhythmus des Jahres anzupassen, denn nur so war ein gesundes Überleben möglich. So wie das Jahr einem Rhythmus unterliegt, gibt es auch im Kirchenjahr immer wiederkehrende Feste und Feiern, die den Lebens- und den Glaubensalltag miteinander verbinden. Wir möchten Sie einladen, sich in der Familie, oder darüber hinaus gemeinsam mit anderen Familien, einigen Festen des Kirchenjahres zuzuwenden. Vielleicht werden so einige Ursprünge und Bedeutungen wieder bewusster, vielleicht tut es gut, etwas gemeinsam zu machen, vielleicht finden Sie einen interessanten Zugang, um unseren Glauben in den Alltag einzubeziehen. Zu einigen Festen im Kirchenjahr möchten wir Sie mit kurzen Anregungen einladen, sich in ihrer Familie oder auch mit Freunden zu treffen und diese Feste zu feiern.
Den Raum und die Wohnung gestalten: Alle unsere Sinne wollen angesprochen werden. Ein schön gedeckter Tisch, Blumen, Girlanden und Kerzen laden zum Verweilen ein. Die Art der Zimmergestaltung prägt schon den Charakter der Feier oder des Treffens. So spüren wir beispielsweise im Kerzenschein und Duft des Tannenbaumes an Weihnachten etwas von Wärme und Geborgenheit. Bunte Girlanden und Luftballons an Karneval regen an, sich einmal richtig "gehen zu lassen", in aller Ausgelassenheit.
Sich schön kleiden: Manche halten die Art der Kleidung für nebensächlich. Und doch spüren wir, dass Kleidung auch eine bestimmte Einstellung zum Ausdruck bringen kann. Die lässige Kleidung, in der man sich gehen lassen kann, die Verkleidung, durch die man in eine andere Rolle schlüpfen kann sind Beispiele hierfür. So macht auch besondere Kleidung bewusst, dass wir Abstand nehmen von der Routine des Alltags.
Gemeinsam essen: Nichts verbindet so sehr wie das gemeinsame Essen. Das Essen soll uns an einem Tisch zusammenführen, wo wir uns Zeit lassen, wo wir miteinander genießen, schmecken und reden können. Die Tischgemeinschaft ist eine Erzählgemeinschaft - hier gibt es Gelegenheit, voneinander zu erfahren, sich zu erzählen, was erfreut oder bedrückt.
Geschichten des Lebens und des Glaubens erzählen: Jedes Fest lebt von der Erzählung. Im Erzählen wird das Leben weitergegeben. In den Erzählungen von Eltern und Großeltern spüren Kinder, woher sie kommen, und was ihr Leben mitgeprägt hat. Im Erzählen von Märchen und Geschichten werden Träume und Hoffnungen anderer lebendig gehalten. Die Erzählungen des Glaubens in den biblischen Geschichten und Legenden der Heiligen können Orientierung geben.
Singen und Tanzen: Das Leben wird nicht nur mit Worten gefeiert, und begangen. Unser ganzer Körper mit all seinen Sinnen kann Freude und Trauer zum Ausdruck bringen. Im gemeinsamen Lied und in der Bewegung des Tanzes fühlen wir uns miteinander verbunden. Auch dies ist eine Sprache unserer Hoffnung und unseres Glaubens.
Miteinander spielen: Im Spiel werden Eltern und Kinder Partner. Sie verlassen ihre Rollen der Über- und Unterordnung, sie sind nur noch den Regeln des Spieles unterworfen. Dies kann helfen, sich aus den anstrengenden Verpflichtungen des Alltags zu lösen und sich gegenseitig anders wahrzunehmen.
Gäste: Zu vielen Familienfesten laden wir Gäste ein. Feste und Feiern verbinden uns auch über die Familie hinaus. Dies gilt in besonderer Weise für uns Christen. In der Weise, in der wir Feste in der Familie feiern, verstehen wir es auch, als Gemeinschaft in der Gemeinde, in der Weltkirche zu feiern. Erleben wir auch die Hoffnungen, Wünsche und Sehnsüchte der anderen, sehen wir, dass wir nicht allein sind. Die Feiern der Kirche sind Ausdruck des Glaubens und der Hoffnung, die uns mit allen Christen verbindet.
|
|